Kieferorthopädische Behandlung

Die Kieferorthopädie ist das Teilgebiet der Zahnmedizin, das sich mit der Verhütung, Erkennung und Behandlung von Fehlstellungen der Kiefer und der Zähne (Zahnfehlstellung) befasst. Vor jeder kieferorthopädischen Behandlung muss eine ausführliche Diagnostik erfolgen. Diese besteht aus einer ausführlichen allgemeinen- und zahnärztlichen Anamnese, sowie die ätiologische Beurteilung der Patientensituation. Anschließend folgt die klinische Untersuchung, eine Funktionsanalyse, Modellanalyse und eine fernröntgenologische Untersuchung. Mit Hilfe dieser Untersuchung wird die Kieferrelation, die Lagebeziehung zwischen dem Oberkiefer und Unterkiefer, dargestellt.

Kieferindikationsgruppen (KIG) im Detail

KIG 1

- Obere Schneidezähne stehen bis max. 3 mm vor
- Offener Biss mit einem Abstand der Schneidezahnkanten bis zu 1mm
- Tiefer Biss mit einem Überlappen der oberen Schneidezähne von 1mm bis max. 3mm
- Platzmangel mit einem Platzbedarf von bis zu 1mm

KIG 2

- Obere Schneidezähne stehen mehr als 3 mm, bis zu max. 6 mm vor
- Offener Biss mit einem Abstand von 1 bis maximal 2 mm
- Tiefer Biss mit einem Überlappen der oberen Schneidezähne von > 3mm. Zudem berühren die Zähne das Zahnfleisch
- Platzmangel mit einem Platzbedarf bis zu 3 mm

KIG 3

- Offener Biss mit einem Abstand von 2mm bis max. 4 mm
- Tiefer Biss mit einem Überlappen der oberen Schneidezähne von mehr als 3 mm. Die unteren Schneidezähne verletzen dabei das Zahnfleisch
- Kreuzbiss auf beiden Kieferseiten
- Engstand von 3 mm bis max. zu 5 mm
- Platzmangel mit Platzbedarf von < 3 mm – 4 mm

KIG 4

- Zahn ist nicht vorhanden (nicht angelegt)
- Es liegt eine Durchbruchstörung vor
- Obere Schneidezähne stehen mehr als 6 mm und bis max. 9 mm vor
- Es besteht ein Vorbiss. D.h. die unteren Schneidezähne stehen bis zu 3 mm vor den oberen Schneidezähnen
- Offener Biss mit einem Abstand von mehr als 4 mm
- Die Seitenzähne des Oberkiefers stehen außen vor den Seitenzähnen des Unterkiefers
- Kreuzbiss auf einer Kieferseite
- Engstand von über 5mm
- Platzmangel im Kiefer, mit Platzbedarf von mehr als 4 mm

KIG 5

- Es liegt eine Lippen-Kiefer-Gaumenspalte und andere Entwicklungsstörungen im Kopfbereich vor
- Verlagerung von Zähnen
- Die oberen Schneidezähne stehen mehr als 9mm vor
- Es liegt ein Vorbiss vor, bei dem die unteren Schneidezähne über 3 mm vor den oberen stehen
- Ein offener Biss, in der Regel angeboren, der einen Abstand von über 4 mm aufweist

Kostenübernahme durch die Krankenkasse

Bei einer Einstufung in die KIG 1 sieht die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) keinerlei Leistung vor. Auch wenn die Behandlung einer leichten Zahnfehlstellung vom behandelnden Kieferorthopäden als medizinisch notwendig eingestuft wird (KIG 2), sieht der Leistungskatalog der GKV hierfür keine Leistungen vor.

Auch wenn die Behandlung einer leichten Zahn-
fehlstellung vom behandelnden Kieferorthopäden als medizinisch notwendig eingestuft wird (KIG 2), sieht der Leistungskatalog der GKV hierfür keine Leistungen vor.

Bei einer Einstufung in die KIG 3-5 werden grundsätzlich alle medizinisch notwendigen Leistungen von der GKV übernommen.

Allerdings gilt hier auch, dass nur Regelleistungen ohne Zuzahlungen erbracht werden. Das bedeutet, die günstigste Versorgungsform erstattet wird. Nun ist die günstigste Versorgungsform zwangsläufig nicht die formschönste und diskreteste Versorgung.

Neben der Ästhetik sprechen allerdings auch medizinische Tatsachen für eine andersartige Versorgung:

Bei einer Metallspange beispielsweise, kann das Material durch den Speichel korrodieren, wodurch sich dort Karies bilden kann. Aufwendige Nachbehandlungen können die Folge sein, die Folgekosten mit sich bringen. Bei Versorgungsformen wie bspw. Keramik-, Gold- oder Kunststoffbrackets, besteht diese Gefahr nicht.

Jedoch sind diese sogenannten Mehrleistungen mit Eigenbeiträgen verbunden.

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